WMRA U18 Mountain Running Cup 2026
Am Sonntag, 21. Juni 2026, stand im italienischen Gagliano del Capo der International WMRA U18 Mountain Running Cup auf dem Programm. Liah Senn konnte mit 7 weiteren CH-Nachwuchsathletinnen und -athleten teilnehmen. Es war für Liah fast alle der 8 der erste internationale Einsatz im Nationaldress.
Auch wenn der Wettkampf für nicht wie erhofft verlief und Liah das Rennen vorzeitig beenden musste, blickt sie auf viele wertvolle Erfahrungen, unvergessliche Begegnungen und einen grossartigen Teamerfolg zurück.
Im Interview erzählt Liah von ihrem Rennerlebnis.
KSE: Wie hast du die Momente vor dem Start erlebt?
Liah: Ich war unglaublich nervös, aber gleichzeitig auch riesig gespannt. Es war mein erster internationaler Lauf, und entsprechend waren die Emotionen schon Tage vor dem Wettkampf sehr intensiv.
An der Startlinie wollte ich eigentlich in die zweite Reihe stehen, aber der Druck von den anderen Athletinnen war so gross, dass ich keine Chance hatte, mich dort zu positionieren.
KSE: Wie bist du ins Rennen gestartet?
Liah: Im ersten Aufstieg war es extrem eng und wir mussten gefühlt mindestens 20 Sekunden warten. Immer wieder wurde ich zurückgezogen oder von anderen Athletinnen gestossen. Dadurch war es schwierig, meinen eigenen Rhythmus zu finden und das Rennen so anzugehen, wie ich es geplant hatte.
KSE: Wann hast du gemerkt, dass es schwierig werden könnte?
Liah: Nachdem ich endlich meinen Rhythmus gefunden hatte, wollte ich unbedingt durchziehen. Doch nach ungefähr zwei Kilometern forderte mich die Hitze immer mehr. Mir wurde schwarz vor Augen, ich sah den Trail nur noch unscharf und ich musste mein Tempo rausnehmen.
KSE: Trotzdem hast du weitergekämpft. Was ist danach passiert?
Liah: Ich wollte nicht aufgeben, das Team unterstützen und habe versucht weiter zu laufen. Doch meine Beine fühlten sich immer schwerer an. In einer Abwärtspassage gaben meine Beine nach, und ich stürzte. Trotz aller Bemühungen konnte ich nicht mehr aufstehen und das Rennen leider nicht beenden.
KSE: Wie gehst du mit dieser Enttäuschung um?
Liah: Natürlich ist es enttäuschend, denn so hatte ich mir meinen ersten internationalen Wettkampf nicht vorgestellt. Gleichzeitig gehört auch das zum Sport. Solche Erfahrungen machen einen stärker und zeigen einem, woran man weiterarbeiten kann.
KSE: Gab es trotzdem Grund zur Freude?
Liah: Definitiv! Ich bin unglaublich stolz auf mein Team. Alle haben sehr gute Leistungen gezeigt und gemeinsam haben wir die Silbermedaille für die Schweiz gewonnen. Das war ein grossartiger Erfolg und zeigt, wie stark unser Team aufgetreten ist.
KSE: Was nimmst du von dieser Reise mit nach Hause?
Liah: Sehr viele schöne Erinnerungen und wertvolle Erfahrungen. Besonders freue ich mich darüber, so viele spannende Menschen kennengelernt zu haben. Solche Begegnungen sind etwas ganz Besonderes und machen internationale Wettkämpfe einzigartig.
KSE: Mit welchem Gefühl blickst du nun nach vorne?
Liah: Auch wenn das Ergebnis nicht meinen Erwartungen entsprochen hat, motiviert mich diese Erfahrung. Ich will nach einem bisher schwierigen Jahr einen regelmässigen Trainingsrhythmus finden und träume schon jetzt vom nächsten Einsatz für die Schweiz.
KSE: Möchtest du zum Schluss noch jemandem danken?
Liah: Ein grosses Dankeschön geht an meine Familie und an alle, die immer an mich geglaubt und mich unterstützt haben.
Ausserdem danke ich Swiss Athletics für die grosse Unterstützung, die Betreuung vorort und die Möglichkeit, an diesem internationalen Anlass dabei zu sein. Das bedeutet mir unendlich viel.